Gehirnforschung

Der Placeboeffekt - eine phantastische ARTE-Dokumentation

"Der Placebo-Effekt war in der Schulmedizin lange Zeit umstritten. Die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Thema zeigen, dass unser Gehirn über beinahe unglaubliche Kräfte verfügt, die pharmakologische Wirkung haben können. Der dadurch hervorgerufene Placebo-Effekt, und sei er noch so klein, wird inzwischen häufig auch als Behandlungsmethode in Betracht gezogen." (Zitat aus der ARTE- Webseite)

Medizinische Behandlung ist ein großes Glück für uns. Doch zunehmend zeigt die Placeboforschung die sensationellen heilenden Effekte von "Placebos"!
Sehen Sie sich unbedingt diese ARTE-Dokumentation an: Hier der LINK dazu!
Das sollten Sie nicht verpassen!
Herzlichst
Ihre Dagmar Wagner

Ihr Kommentar

Bahnbrechende Neuigkeiten: Meditation könnte lebensverlängernd wirken. Eine ARTE-Dokumentation



So sehen Telomere aus - blinkende Abschnitte am Ende


Wer meine Blogbeiträge regelmäßig liest, weiß, dass ich ein großer Anhänger der Meditation bin. Meditation ist kein esoterischer HokusPokus sondern ein tolles Gehirntraining, dessen positive Auswirkungen auf unser Gehirn und Gesundheit seit Jahren bereits streng wissenschaftlich untersucht und auch nachgewiesen sind: Fernöstliche Praktiken sind in der westlichen Medizin angekommen!


Aber was diese ARTE Dokumentation, die Sie unter diesem LINK in der Mediathek bis zum 13. Oktober 2017 noch nachsehen können (evtl. auch länger), berichtet, hat selbst mich überrascht:
Einiges deutet darauf hin, dass Meditation unsere Telomere wieder verlängern kann. Telomere sind die Endstücke unserer Chromosomen. Ihre Länge verrät etwas über die zukünftige Lebensdauer einer Zeile. Je kürzer, umso kürzer lebt die Zelle. (Das ist jetzt etwas vereinfacht ausgedrückt!) 

Nun haben Wissenschaftler herausgefunden, dass Meditation die Länge der Telomere verlängern kann.
Haben wir nun ein Rezept gegen die Alterungsprozesse unserer Zellen gefunden?

Wir wollen nicht übertreiben, aber sehenswert ist diese Beitrag unbedingt!
Viel Spaß dabei!
In den Herbst grüßt wie immer herzlichst
Ihre Dagmar Wagner


Ihr Kommentar

90jährige in und rund um Nürnberg werden nun wissenschaftlich untersucht!

LEBEN IN DER ZEHNTEN DEKADE

Hochaltrige Menschen erhalten mehr und mehr Aufmerksamkeit und das natürlich auch von der Wissenschaft!
Die Friedrich Alexander Universität Erlangen-Nürnberg hat ein Forschungsprojekt gestartet, in dem sie die 90jährigen in und rund um Nürnberg untersucht. Die Wissenschaft weiss zwar schon einiges über Hochaltrigkeit, aber noch lange nicht alles. Darum: Prima Projekt, wie ich finde!
Insgesamt leben in Bayern 107 000 Menschen die 90 Jahre und älter sind. Interessant dabei: Nur 28% von Ihnen leben in einer Einrichtung. Bundesweit sind es 40 Prozent. Kümmern sich in Bayern die Familien also noch mehr um ihre "Ältesten" als der Rest der Republik, wo es ja immerhin noch 60% tun? Sieht fast so aus!

Aus der Webseite:
"Eine große Mehrheit der über 90-jährigen Frauen und Männer lebt somit zuhause in den eigenen vier Wänden und führt dabei weitgehend ein selbstbestimmtes Leben. Bislang ist aber nur wenig bekannt, wie es dieser Mehrheit gesundheitlich geht, welche Herausforderungen sie täglich meistern und wie sie ihren Alltag gestalten.
Neue Befunde legen nahe, dass vor allem die sozialen Beziehungen und der enge Kontakt mit nahen Angehörigen entscheidend zu einem gesunden und guten Leben im Alter beitragen. So wurde vor Kurzem belegt, dass insbesondere positive Erfahrungen im sozialen Umgang mit anderen Menschen dazu verhelfen, gesundheitliche Belastung zu bewältigen und einen besseren Umgang mit Stress im Alter zu finden."

Hier der LINK zur Webseite!

Und ein Aufruf ist auch dabei:
90jährige aus dem Raum Nürnberg werden eingeladen, an einer 90minütigen Untersuchung teilzunehmen! 

Sie wollen mitmachen?
Hier der Kontakt:

Julia Goth
Tel.: 0911/5302-96115
This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.

Prof. Dr. Frieder Lang
Tel.: 0911/5302-96100
This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.

Viel Spaß und alles Gute für die Studie! 
Ihre Dagmar Wagner 

 

Ihr Kommentar

So fragil ist unser Glück!



Aus der Gehirnforschung:

Wenn man 10 Cent in einer Telefonzelle findet, stuft man sein ganzes vorheriges Leben gleich glücklicher ein!!! So sehr verändert dies unseren Blick in und die Beurteilung unserer Vergangenheit!

Hier sieht man, was für ein fragiles Unterfangen das Glück ist!

Heute gibt es ja leider keine Telefonzellen mehr. Wenn Sie „unglücklich“ sind, bitten Sie jemanden, 10 Cent vor Ihre Einfahrt zu legen, dann geht es Ihnen gleich besser, und wenn Sie diese 10 Cent dann hinterher noch einem Bettler geben, geht es Ihnen gleich noch viel besser!!!!

Denn wer sein Geld auch mit anderen teilt, ist auch glücklicher. Weil wir Menschen Gemeinschaftswesen sind!

Probieren Sie´s doch einfach aus!

Viel „Glück“ dabei wünscht herzlichst

Ihre Dagmar Wagner

 

Ihr Kommentar

Die Welt ist auch im Alter nicht gerecht: "Besser Gebildete leben länger - und bleiben länger klar im Kopf"

Erst einmal muss ich mich entschuldigen, dass ich so lange keine Beiträge mehr für meinen BLOG verfasst habe: Der Kinostart meines Dokumentarfilms Ü100 war einfach so überwältigend, es blieb keine freie Minute mehr für andere Aktivitäten. Aber nun wird es zumindest etwas besser!

Und da mich heute der Newsletter vom Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung erreicht hat mit einer - mir zwar lange bekannten aber für Sie wunderbaren Zusammenfassung - möchte ich Ihnen diese Informationen nicht vorenthalten. Schon lange spreche ich in meinen Vorträgen über dieses Thema, darum hier für Sie der Text des Instituts, dessen Mitarbeiter ich bereits auch als Demografieexperten zu meiner Vortragsreihe 2014 nach Starnberg eingeladen hatte.


Das Thema heute:

"Besser Gebildete leben länger - und bleiben länger klar im Kopf"

"Wissenschaftler, die Demenzrisiken erforschen, stellen ähnliche Zusammenhänge fest."

"Besser Gebildete achten aber auch eher auf ihre Gesundheit, verzichten vermehrt auf Zigaretten, essen gesündere Lebensmittel und treiben mehr Sport als der Durchschnitt. Ein solcher Lebenswandel ermöglicht es ihnen eher, Blutdruck und Körpergewicht auf Normalmaß zu halten, und senkt die Gefahr, an Typ-2-Diabetes zu erkranken."

"Hochschulabsolventen bewegen sich in puncto Lebenserwartung so weit von den weniger Gebildeten weg, dass sich eine Kluft von bis zu zwölf Jahren zwischen den Gruppen auftut."

Hier der LINK zum Artikel.

Ich möchte das alles nicht unkommentiert stehen lassen:

Was mich inhaltlich überrascht ist, dass die Prognose der Verdopplung der Alzheimerzahlen von aktuell 1,6 Mio auf 3,2 Mio im Jahr 2060 übernommen wurde. Diese Zahl ist inzwischen überholt. Nicht nur in Deutschland ist die Zahl der Alzheimererkrankung rückläufig. 
1987 bekamen 3,6 von 100 Personen Demenz.
2017 bekommen 2 von 100 Personen Demenz,
und die Symptome treten  5 Jahre später auf.
Außerdem ist der Bildungsstand heute viel höher, besonders bei Frauen, die heute alle eine Berufsausbildung haben und fast alle arbeiten. Schon von daher sind weniger Demenzerkrankungen zu erwarten - eine völlig neue Frauengeneration wird in Zukunft altern!

Und nun zur Chancengleichheit:
Wie wir auch alle wissen, stehen die Chancen für Kinder aus den "unteren sozialen Schichten", eine höherwertige Schulausbildung wie Abitur und Studium zu erlangen, wesentlich schlechter.
Diese Benachteiligung setzt sich dann auch im Alter fort.

Da braucht es nicht viel, um über Lösungen nachzudenken:
Wenn die Politiker nicht endlich diese benachteiligten Bevölkerungsgruppen fördern, wird es Deutschland auch immer mehr an qualifizierteren Arbeitskräften fehlen.
Aber das wissen wir doch schon lange. Nur passiert ist leider - nichts!

Ich wünsche Ihnen eine spannende Lektüre!

Herzlichst grüßt in den verbleibenden Sommer
Ihre Dagmar Wagner


Ihr Kommentar

Mach dich nicht zum Affen...



Haben Sie sich einmal überlegt, was hinter dieser Aussage steht? Tatsächlich können wir Menschen uns ziemlich schnell „zum Affen machen“ - denn immerhin sind wir zu 98% genetisch komplett deckungsgleich mit Schimpansen! Die Altersforschung hat übrigens sehr genau Schimpansen beobachtet, um Rückschlüsse auf die Alterungsprozesse der Menschen ziehen zu können, denn Affen bekommen keine Demenz.

Selbst als Beleg für die Midlife Crisis setzten Wissenschaftler Affen ein. Für die menschliche Midlife crisis gibt es nämlich bislang keine gesicherte wissenschaftliche Erkenntnis. Mitte der 70er Jahre wurde der Begriff der Midlife Crisis geprägt, der Zustand psychischer Unsicherheit zwischen dem 40. und 50. LJ. besonders bei Männern. Der Begriff basierte nur auf zwei Studien von kleinen Männergruppen von Elliott Jacques und Daniel Levinson. Kurzum: Midlife Crisis hält sich bis heute als Gespenst.

Dennoch suchen Forscher bis heute nach einem Beweis für die Midlife Crisis: Aus lauter Verzweiflung hat man über das Verhalten der Schimpansen versucht, die Midlife Crisis der Menschen mit dem Verhalten der Affen zu beweisen. Tierpfleger 
sollten dazu den aktuellen Gemütszustand von Affen zunächst auf einer siebenstufigen Skala als positiv oder negativ einschätzen. Außerdem wurde beispielsweise gefragt, wie viel Freude der Affe an sozialen Interaktionen empfindet oder wie erfolgreich er bestimmte Ziele erreicht. Durchgeführt wurden die Einstufungen an 336 Schimpansen und 172 Orang-Utans verschiedenen Alters. Im Durchschnitt erlebten Schimpansen und Orang-Utans den Tiefpunkt mit 31,6 Jahren. Da diese Menschenaffen etwas kürzer leben als Menschen, entspreche dies bei uns einem Alter von 40 bis 50 Jahren - und damit der Phase, in der die Midlife-Crisis typischerweise auftritt. Daraus ziehen die Forscher den Schluss:

Krise könnte gemeinsame biologische Wurzeln haben. Nach Ansicht der Forscher deuten ihre Ergebnisse darauf hin, dass die Midlife-Crisis sehr alte und eventuell biologische Wurzeln habe. Möglicherweise habe es sie schon bei den gemeinsamen Vorfahren von Mensch und Menschenaffe gegeben.

Ich überlasse Ihnen weitere Kommentare dazu!
Herzlichst
Ihre Dagmar Wagner 

Ihr Kommentar

„Hilfe für betagte Seelen“



Wenn man die Welt nur noch schwarz/weiß sieht, ist Hilfe manchmal nötig! Auch im hohen Alter von über 80 Jahren!

Älterwerden bedeutet nicht nur, die schönen Seiten des Lebens länger genießen zu dürfen, sondern leider auch die weniger schönen ertragen zu müssen. Das gilt besonders für unsere psychischen Probleme, die wir mit uns tragen. Während früher Psychotherapie ab dem 60. Lebensjahr gar nicht mehr bewilligt wurde, hat sich aufgrund der zunehmenden Hochaltrigkeit die Gerontopsychiatrie, eine Disziplin, die sich den seelischen Leiden älterer Menschen widmet, darauf spezialisiert. Die Hälfte der psychischen Leiden wird bei Hochaltrigen nicht einmal erkannt. Meistens handelt es sich um Depressionen, die man auch im hohen Alter von über 80 Jahren noch so behandeln kann, dass es etwas besser wird. Natürlich eignen sich Behandlungsmethoden für 60jährige nicht für über 80jährige! Aber daran arbeitet die Gerontopsychiatrie.
(Aus: Spektrum der Wissenschaft. Gehirn und Geist Dossier Nr. 3/2014)

Für Sie, meine lieben Leser, ist mir wichtig, dass Sie wissen, dass es auch für Hochaltrige noch Hilfe bei psychischen Problemen geben kann! Am Besten fragen Sie zuerst Ihren Hausarzt nach einer Empfehlung!
Gute Wünsche von Ihrer Dagmar Wagner


Ihr Kommentar

"Dementia Worry" - Nun hat auch dieses Kind seinen Namen!

Bei meinen Vorträgen zu den Stärken des Gehirns ab dem 50. Lebensjahr erlebe ich sie immer wieder: Die große Angst vor einer Demenzerkrankung, die jede noch so kleine Vergesslichkeit sofort als erstes Anzeichen für diese Krankheit interpretiert. Nun widmet sich auch die Wissenschaft dieser weit verbreiteten Haltung: "Dementia Worry" (auf deutsch: Befürchtungen und Sorgen, im Alter einmal an Demenz zu erkranken). Dahinter steckt ein sehr negatives Selbstbild beim Altern. Da wir viel in den Medien über Demenz lesen, sehen und hören, und außerdem immer mehr bekannte Personen im Umfeld haben, die daran erkranken, fördert all das zusammen genommen unsere Ängste davor. Doch nicht jeder reagiert hier gleich: Älterwerdende Menschen, die sich wohl fühlen, die gesund leben und eine positivere Haltung dem eigenen Alterungsprozeß gegenüber haben, sind weniger von dieser Angst betroffen. Wer positive Erwartungen an seine Zukunft hat, kann sich übrigens auch Dinge besser merken! Also die self-fulfilling prophecy (die sich selbst erfüllende Prophezeiung) bestätigt sich immer wieder. Und das ist genau das, was ich in meinem Vortrag immer wieder ganz besonders betone: Es ist unsere eigene Haltung zum Älterwerden, wie es uns damit einmal langfristig ergehen wird! Tatsächlich - so einfach kann es sein! 
Und nun werden auch die Ursachen und Umstände um "Dementia Worry" erforscht! 
Ich halte Sie auf dem Laufenden!
Welche Erfahrungen haben Sie in  Ihrem Umfeld mit diesem Thema - dieser Angst vor Demenz bereits gemacht?
Schreiben Sie mir - ich freue mich auf Ihren Beitrag!

Herzlichst
Ihre Dagmar Wagner

Ihr Kommentar

Schluss mit den Mythen um unser Gehirn!




Zum Jahresende hier noch für Sie eine der am meisten verbreiteten Lügen über das Gehirn. Bei meinem letzten Vortrag zum Thema "Die positiven Veränderungen und Stärken des Gehirns ab dem 50. Lebensjahr" sprach mich ein Zuhörer darauf an, dass wir doch nur 10% unseres Gehirns gebrauchen würden, also satte 90% grundsätzlich immer untätig wären und keinerlei Funktion hätten. Das stimmt so natürlich nicht, aber der Zuhörer war nicht abzubringen von seiner Meinung und meinte, er hätte das aber gelesen. Damit hat er sicherlich recht, denn genau diese Lüge über unser Gehirn wird ständig verbreitet. Hier in Kürze für Sie die knappe und leicht verständliche Wahrheit dazu:
Es ist richtig, dass im aktuellen Moment immer nur bestimmte Areale unseres Gehirns aktiv sind! Das hat einfach damit zu tun, dass für bestimmte Aktivitäten auch nur bestimmte Gehirnregionen gefordert sind. Wenn Sie sich bewegen, wird z.B. dazu die für Motorik zuständige Region in Ihrem Gehirn aktiv. Ob das dann nun 10 oder 20 oder 30% des gesamten Gehirns sind - das soll nun einmal dahin gestellt bleiben. Diese Messungen wären einfach zu aufwendig.
Aber natürlich benutzen wir alle Teile unseres Gehirns - nur halt je nach Anforderung.
Wenn also geschrieben wird, wir würden nur 10% unseres Gehirns benutzen, dann ist nicht damit gemeint, dass 90% der Gehirnmasse keine Funktion hat. Das ist einfach Blödsinn.
Übrigens: Würden wir tatsächlich auf einmal alle Gehirnregionen zu 100% benutzen, bekämen wir einen epileptischen Anfall, unser Gehirn ist darauf gar nicht eingestellt, es käme zu einem Supergau, einem Gewitter.

Außerdem wäre und ist es uns auch gar nicht möglich, 100% unseres Gehirns gleichzeitig zu benutzen, da wir die dafür benötigte Energie gar nicht aufbringen könnten als Mensch: Der Grund dafür ist, dass unser Gehirn zwar nur 2% unserer Körpermasse ausmacht, jedoch 20% unserer Körperenergie und des körpereigenen Sauerstoffs benötigt. Würde gleichzeitig das gesamte Gehirn aktiviert, so wäre der Energiebedarf größer, als die Energie, die unser Körper zu einem Zeitpunkt zur Verfügung stellen kann.

Alles klar?
Jetzt können Sie in netten Runden mit dieser Lüge über´s Gehirn "aufräumen"!!!
Viel Spaß damit!
Ihre Dagmar Wagner 

Ihr Kommentar

Das Fitness-Studio für Ihren Kopf!

Ja liebe Leserinnen und Leser, es war ja nur abzuwarten, wann sich das Thema "Gehirn ab 50" mehr und mehr ausbreiten wird. Nun gibt es eine Webseite, wo Sie Ihr Gehirn trainieren können:  www.neuronation.de

Leider kann ich Ihnen nichts zu dem Programm sagen, da ich selber noch keine Zeit hatte, es auszuprobieren. 
Ausgezeichnet wurde dieses Gehirntraining durch die AOK und die Bundesregierung.
Wissenschaftlich kooperieren die Macher mit der Freien Universität Berlins und der Technischen Universität Dortmund.

Da das Thema Gehirnforschung mein Spezialgebiet ist, kann ich Ihnen nur soviel sagen, dass Konzentrationsübungen ganz unterschiedlicher Art ganz sicher nicht schädlich sind. Wer nur Sudoku oder Kreuzworträtsel löst, der oder die trainiert sein Gehirn nur in einem Spezialbereich - und das hilft wenig. Auf dieser Webseite allerdings scheinen ganz verschiedene Übungen angeboten zu werden, so dass die Übenden hinsichtlich ihrer kognitiven Fähigkeiten auf ganz unterschiedliche Weise gefordert werden. Das finde ich nicht schlecht. Ich habe nicht herausgefunden, ob es etwas kostet. Anfangs beantworten Sie einige Fragen und dann wird nach Ihrer Emailadresse verlangt - ohne die geht nix! Das bedeutet, dass Ihre Antworten und auch Ihre Lerninhalte gespeichert und Ihnen zugeordnet werden können. Was darüber hinaus mit den Daten passiert - keine Ahnung. Ob man Ihre Daten für wissenschaftliche Zwecke benutzt, indem man Ihre Fortschritte als positiven Effekt der Übungen verbucht - keine Ahnung. Ob Sie angeschrieben werden und Werbung für Gedächtnispillen erhalten werden - weiß ich nicht!
Ich versuche, das für Sie herauszufinden!
Haben Sie bereits Erfahrungen mit Neuronation gemacht? Dann schreiben Sie mir doch! Ich freue mich darüber!
Sehr herzlich
Ihre Dagmar Wagner

Ihr Kommentar

Warum Tagebuch schreiben oder auch biografisches Arbeiten die Immunwerte erhöht!

Solche Aussagen klingen immer irgendwie nach Marktschreierei: "Tagebuch schreiben erhöht Ihre Immunwerte! Biografisches Arbeiten tut dies demnach auch!" Wenn ich diese Informationen nicht aus der Gehirnforschung und zwar von niemand geringerem als Herrn Prof. Dr.Dr. Manfred Spitzer bezogen hätte, hätte ich mich sonst auch nicht zu diesem Blogbeitrag entschlossen. Nun also ´mal der Reihe nach:
Menschen, die an drei bis fünf Tagen wöchentlich jeweils 20 Minuten über ihre Gefühle in einem Tagebuch  schreiben, entwickeln bessere Immunwerte!
Was das mit dem Schreiben zu tun haben soll?

Das Schreiben über die eigenen Gefühle erhöht den Zugang zu den Emotionen, verbessert auch die Wahrnehmung von positiven Emotionen. Und positive Gefühle stärken unser Immunsystem - das ist schon lange bekannt und wissenschaftlich nachgewiesen! So einfach ist das.
Beim Tagebuch schreiben behalten Sie auch die Kontrolle über Ihre Gefühle, denn man läßt nur so viel an "Gefühl" zu,
 wie man wohl selbst vertragen kann.
Diejenigen, die zu Beginn eher kühl über ihr Leben schrieben, aber dann langsam mehr und mehr Emotion zuließen, denen ging es immer besser mit der Zeit.

Auch wenn Sie sich nicht zu einer eigenen Biografie entscheiden oder aufraffen können - hin und wieder Tagebuch schreiben hat auch einen tollen Effekt!
Viel Spaß dabei wünscht Ihnen Ihre Dagmar Wagner



Ihr Kommentar

Schmuseroboter für hochaltrige leicht Demenzranke - Was ist ethisch noch vertretbar?


Der Schmuseroboter in Form einer Robbe
beruhigt demenzkranke Menschen!

Hier für Sie aus einem Artikel von Reto U. Schneider aus der NZZ Neue Zürcher Zeitung:

Der Japaner Takanori Shibata hat den Schmuseroboter „Paro“ gebaut, der in Altersheimen zum Einsatz kommt: als Tröster, Gefährte, Therapiehelfer.
Paro ist eine 53 Zentimeter lange und 2,7 Kilogramm schwere Nachbildung einer jungen Sattelrobbe. 
Manche halten Paro für ein Beispiel menschenfreundlicher Technik, die Senioren glücklich macht, für andere ist Paro der abschreckende Bote aus der «schönen neuen Demenzwelt», eine Bemühung, die demente Menschen «betreubarer» machen soll, denn der Schmuseroboter hat beruhigende Wirkung. 

Der Einsatz dieser Schmusemaschine ist kein Einzelfall mehr: Kein Kontinent bleibt ohne Markierung. Selbst in Südafrika und in Grönland wurden schon Paros gesichtet. In Japan allein gibt es 2000. Die grösste Population gemessen an der Einwohnerzahl lebt in Dänemark: 300 Paros sind dort in Pflegeheimen tätig oder mit Therapeuten unterwegs. Stückpreis: zwischen 4000 und 5000 Franken. Paro steht für Personal Robot. Seine Benutzer geben ihm meistens einen eigenen Namen.

Weil demente Patienten den Roboter für ein richtiges Tier halten könnten, haftet Paro der Makel der Täuschung an. Sein Erfinder und andere kennen diesen Einwand, sie wissen bloss nicht, was daran schlimm sein soll, solange die Robbe die alten Leute glücklich und zufrieden macht. 

Sein Erfinder Herr Shibata zeigt Studienergebnisse, die belegen, dass Paro die Stimmung im Heim hebt; Analysen von Videoaufnahmen, die eine grössere Gesprächsbereitschaft der Bewohner registrieren; Urinproben mit tieferen Werten von Stresshormonen; Hirnstrommessungen, die eine Aktivierung des Hirns belegen. Und dann die Einzelfälle: Die Frau, die mit Paro unter der Decke wieder ohne Medikamente schlafen konnte, oder der Bewohner eines dänischen Heims, der kaum mehr sprach und zunehmend bedrückt war, ohne dass die Betreuerinnen den Grund dafür herausfanden, bis sie ihn eines Tages zu Paro sagen hörten: «Hast du auch Schmerzen in deinen alten Beinen, du niedlicher kleiner Kerl?» Ein Röntgenbild bestätigte: Der Mann litt unter schwerer Arthritis. Paro, bilanziert Shibata, wirke sich positiv auf das geistige und körperliche Wohlbefinden aus und führe zu mehr sozialen Kontakten – und das ganz ohne Nebenwirkungen. Die eierlegende Wollmilchrobbe der Altenpflege.

Der Roboter weckt also echte Emotionen! Kein Wunder: Der Mensch ist ein Meister darin, lebloser Materie Persönlichkeit zuzuschreiben. Wir reden mit Plüschhasen und schimpfen mit Smartphones. Manche Männer mögen ihr Auto lieber als die eigene Ehefrau. 
 

Der Schmuseroboter und sein Erfinder, Takanori Shibata.

Wenn Sie mehr über diesen Schmuseroboter wissen wollen, hier der LINK zu dem ganzen Artikel von Reto U. Schneider aus der Neuen Züricher Zeitung!

Was halten Sie davon? Schreiben Sie mir! Ich freue mich auf Ihre Meinung!

Sehr herzlich, alles Liebe von Ihrer Dagmar Wagner

 

 

Ihr Kommentar

Was Sie schon immer über Ihr Gehirn wissen wollten - das finden Sie HIER!!!!!!!

Das Interesse an unserem Gehirn nimmt stetig zu. Kein Wunder, bieten die Neurowissenschaften doch mehr und mehr neue Informationen und wissenschaftliche Erkenntnisse.

Hier für Sie eine Webseite, die umfangreich und spannend über unser Gehirn informiert: Unter www.dasgehirn.info  finden Sie viele Antworten auf Ihre Fragen!!! Die Inhalte der Webseite wird von Fachleuten überprüft und sind darum zuverlässig!

Viel Spaß dabei!

Herzlichst
Ihre Dagmar Wagner

Ihr Kommentar

Gedächtnis auf dem Prüfstand!

Aufgrund meiner Vorträge zur Umstrukturierung des Gehirns ab dem 50. Lebensjahr erlebe ich oft, wie unsicher viele über 50jährige hinsichtlich der Leistung ihres Gehirns sind. Jede kleine oder manchmal auch größere Vergesslichkeit wird als Ausdruck eines ersten Anzeichens von Demenz befürchtet! Das ist menschlich und nachvollziehbar, denn plötzlich haben wir halt Aussetzer - und das geht jedem so!
Manchmal aber werden die Sorgen darüber zu groß, die Unsicherheit belastet den Alltag. In diesem Fall möchte ich Ihnen heute vier Webseiten empfehlen, wo Sie Hilfe finden und Ihr Gedächtnis testen lassen können!
Ich möchte da keine Ratschläge geben, welche Anlaufstelle die Beste wäre. Diese Beratung steht mir nicht zu. Aber ein kleiner Tip zur Unterstützung schon.
Alzheimer Forum
Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V.
Kompetenznetz Demenzen

Und mit diesem Link finden Sie Gedächtnistrainer:
Bundesverband Gedächtnistraining eV
 

Diese Adressen aber nur, damit Sie vielleicht wieder besser schlafen können! Meistens sind die Symptome "ganz normal"!

Alles Liebe von Ihrer Dagmar Wagner
 

Ihr Kommentar

ACHTSAMKEIT - was ist eigentlich damit gemeint?


Genauer hinschauen - das ist Achtsamkeit!


Wir kennen es - immer wieder tauchen plötzlich Begriffe auf, die sich inflationär entwickeln und in aller Munde sind. Das Wort Nachhaltigkeit wird inzwischen in so vielen Zusammenhängen verwandt, dass es fast zur hohlen Phrase verkommen ist. Seit geraumer Zeit macht ein weiterer Begriff von sich reden: ACHTSAMKEIT! 

Aber was ist das eigentlich? 

Bewusst oder aufmerksam sein - eigentlich täten es diese Worte auch. Aber verbale Neubildungen schaffen eine ganz neue Aufmerksamkeit, als wenn man einfach sagen würde: „Seien Sie sich der Momente ihres Lebens bewusst, nehmen Sie bewusst wahr!“ Das klingt nicht annähernd so attraktiv, nicht wahr? 

Achtsam sein - sich und seiner Umgebung gewahr sein: Achtsamkeit ist ohne Zweifel wichtig und notwendig. Der Begriff wird unter anderem in der Meditationspraxis oder auch Psychologie verwandt, und meint, dass wir unsere Aufmerksamkeit bewusst auf unser Sein, Gefühle und Handlungen lenken. Wir sollen in direkten Kontakt mit uns und unserer Umwelt treten und uns nicht in „unbewußten oder halbbewußten Handlungen verlieren. Was damit gemeint ist? Renate Seyfarth beschreibt dies ganz gut in ihrem Buch „Buddha at home“ (S. 35):

„Die Umgebung und die Abläufe sind derart vertraut, dass wir sie automatisch erledigen und während dessen im Halbschlaf funktionieren.“
(Ich bin sicher, dass kennt jeder von Ihnen. Und weiter:)

„Wir leben dann ein Stück entfernt von der Umgebung und nehmen sie durch die Brille vergangener Erfahrungen und bereits vorhandener Meinungen und Konzepte wahr. Die jetzige Erfahrung vermischt sich unbemerkt mit vergangenen, die ihr ähneln. (...) Wir bemerken auch nicht, dass unsere Partnerin beim Friseur war, Kummer hat oder sich in jemand anderen verliebt hat.  Wir bemerken nicht den besonderen Geschmack des Apfels, den wir essen. Wir sind nicht wirklich in Kontakt mit den Erfahrungen, nehmen sie nur partiell und ungenau wahr. Wir sind quasi halbbewusst.“

Verstehen Sie nun, was damit gemeint ist? Eigentlich ist es doch ganz einfach: Man geht auf dem Weg zur Arbeit immer die gleiche Strasse entlang und nimmt irgendwann gar nicht mehr war, was sich dort abspielt. Es sind vor allem die Kleinigkeiten, die wir komplett übersehen im täglichen „Ereignisstrudel“. 

Inzwischen werden mehr und mehr Seminare angeboten, um seine Achtsamkeit zu schulen. Auch das ist eine Art „Gehirntraining“! Bei der Schnelllebigkeit unserer Zeit ist das für mich keine Überraschung. Man soll lernen, wieder genau und in Ruhe hinzuschauen, zu fühlen, wahrzunehmen. Offensichtlich ist das etwas, was wir wieder lernen müssen! Aber oft hilft es auch schon, einfach nur darüber nachzudenken! Oder sich für einen bewussten Moment während des Tages entscheiden!
Na dann mal los! Nehmen wir das Tempo raus!
In diesem Sinne - tiefenentschleunigt alles Gute von Ihrer Dagmar Wagner 


Ihr Kommentar

Was Meditation eigentlich ist?

Vielleicht haben Sie es auch schon bemerkt: Das Thema Meditation ist in Deutschland angekommen, und das inzwischen vorurteilsfrei. Zwei Spiegeltitel in diesem Jahr 
„Der heilende Geist - Medizin: Gesund durch Meditation und Entspannung“(Spiegel Nr. 21 vm 18.5.13, Autor: Jörg Blech) und 

„Die Magie des Mitgefühls - Hirnforscher erkunden das Geheimnis der Empathie“ (Spiegel Nr. 29 vom 15.7.13, Autor: Manfred Dworschak), 

sowie zunehmende Forschungsveröffentlichungen zum Thema „Medizinische Meditation“ und viele andere Publikationen haben das Thema endlich aus der „esoterischen“ Ecke geholt. Neurowissenschaftliche Forschungsergebnisse haben ein neues Interesse an der Meditation geweckt.

Um es gleich vorweg zu sagen: Was hier in Deutschland gerade alles publiziert wird, ist schon lange ein alter Hut. Die neurowissenschaftliche Forschung in den USA hat diese Erkenntnisse schon vor Jahren gewonnen, aber es dauert halt immer etwas, bis das Wissen endlich zu uns nach Deutschland auch im Sinne einer breiteren Meinungsbildung „rüberschwappt“!


Kein Zweifel: Das Wort Meditation ist vorbelastet, man denkt automatisch an Mönche und Nonnen in orangenen Roben, Hippies, New Age Enthusiasten, und nicht selten werden bei diesem Thema sofort die Augen verdreht und ein ironisches OHM zum Besten gegeben. Eigentlich schade, denn Meditation ist natürlich viel mehr als langes Stillsitzen bis zum „Abheben“, so wie in dem höchst amüsanten Film „Sommer in Orange“ gesehen. Ein äußerst witziger Film, der aber als Komödie natürlich auch nicht wirklich zum besseren Verständnis über das, was Meditation eigentlich ist, beigetragen hat, was sicherlich auch nicht sein Anspruch war.

Unser Körper muss fit sein, aber was ist eigentlich mit unserem Geist?

Zuerst einmal: Wenn es darum geht, unseren Körper fit zu halten, zögern wir oft keinen Augenblick, diese Notwendigkeit zumindest in Gedanken anzuerkennen und viele scheuen auch nicht die Mühen oder Qualen dafür, auch wenn oft nach gut gemeinten Absichten nicht immer Taten folgen. Wenn es aber um das Wohlergehen unseres Geistes geht, trifft man selten auf dasselbe Bewusstsein und noch weniger auf ein entsprechendes Engagement dafür.

Denn das Funktionieren unseres Geistes oder Gehirns nehmen wir als selbstverständlich hin. Leiden wir zunehmend unter belastenden Gedanken, akzeptieren wir diesen Zustand meist viel zu lange, bis hin zum völligen Erschöpfungszustand, einem Burnout oder einer Depression. Nicht selten leben wir lieber mit psychosomatischen Erkrankungen, als auf die Idee zu kommen, dass man auch - ohne zum Psychologen gehen zu müssen - „in seinem Hirn“ etwas ändern kann.

Dass dies aber geht, beweisen nicht zuletzt die letzten Forschungsergebnisse aus der Neurowissenschaft. Mit dem Begriff Neuropastizität ist gemeint, dass sich unser Gehirn lebenslang ändern kann, es bilden sich immer wieder neue Neuronen, wir haben tatsächlich einen Einfluss auf das, was wir denken. Dies wurde inzwischen streng wissenschaftlich nachgewiesen. Und hierbei ist gerade die Meditation von allergrößtem Nutzen. 

Der positive Einfluß von Meditation auf unser körperliches und seelisches Wohlbefinden

Meditation wirkt im Gehirn wie ein Jungbrunnen. Sie erhöht die graue Substanz in Gehirnarealen, die für Aufmerksamkeit, Konzentration und Erinnerung wichtig sind. Auf diese Weise hilft sie, jenen Zustand zu vermeiden, der als Burnout die Runde macht. Aber Meditation festigt nicht nur das Gehirn, sondern beeinflusst auch Lebensvorgänge im Körper: Das Immunsystem arbeitet besser, der Blutdruck sinkt, die Aktivität von Enzymen steigt. Wenn man meditiert, erzeugt man biochemische Veränderungen, die über das Blut oder die Nervenbahnen die Organe erreichen.

Meditation verändert also die Biologie des Gehirns und kann auch jene Bereiche des Gehirns strukturell verändern und stärken, die mit dem Empfinden von Glücksgefühlen und mit Wohlergehen verbunden sind. Diese Region, die mit positiven Emotionen assoziiert wird, liegt im Bereich des linken Stirnlappens. Nach nur zehn Wochen Meditationskurs zeigte das EEG einen allmählichen und signifikanten Anstieg der elektrischen Aktivität im  Bereich des linken Stirnlappens auf. Dieser Effekt hielt auch noch drei bis vier Monate nach Beendigung des Kurses an.(Forschung von Dr. Jon Kabat-Zinn, Professor für Medizin an der University of Massachusetts und Gründer der Stress Reduction Clinic am dortigen Memorial Medical Center)

Die Meditationsforschung zeigt, dass Meditation oft besser hilft als manche Medizin, sodass jetzt positives Denken auch von Ärzten ernster genommen und die Verbindung zwischen Geist und Körper anerkannt wird! Eigentlich nichts Neues denken Sie, aber in den Köpfen unserer Ärzte sieht das oft noch ganz anders aus.

 

Meditation ist eine Geistesschulung.

Für den Begriff Meditation gibt es keine feststehende Definition. Hier nun eine erste sehr allgemeine Erklärung: 

Meditation ist eine Geistesschulung, die sich allerdings erheblich auf unser körperliches Wohlbefinden auswirken kann. Grundsätzlich erhöhen wir damit unsere Konzentrationsfähigkeit. Meditieren hilft den Patienten so, ihre Aufmerksamkeit zu steuern, und somit unsere Gehirnaktivität auf „gewünschte“ Gedanken lenken, also weg von den plagenden Gedanken: Stellen Sie sich vor, Sie wären in der Lage, alle Sorgen, Geschichten, Streitereien loszulassen und hiervon eine Pause zu haben!

Sie fragen sich jetzt, wie das gehen soll, darum nun noch etwas präziser, was Meditation eigentlich ist:

Wenn ein vergangener Gedanke aufgehört hat und ein zukünftiger Gedanke noch nicht entstanden ist, gibt es eine Lücke. Meditation bedeutet, diese Lücke zu verlängern.

Meditation bedeutet Pause

Es geht bei der Meditation also in verschiedener Hinsicht um eine Pause! Die Pause zwischen zwei Gedanken, aber sich hinzusetzen und zu meditieren bedeutet auch eine Pause von der Alltagshektik, die wir uns viel zu selten gönnen, wie auch der spannende und sympathische deutsche „Zeitwissenschaftler“, auch „Zeitpapst“ gennant, Prof. Dr. Karlheinz Geißler findet. 

Es geht also bei der Meditation nicht einfach nur darum, jeden Tag eine gewisse Zeit still zu sitzen, und auch nicht darum, ein anderer oder neuer Mensch zu werden, ja noch nicht einmal ein besserer Mensch. Es geht vielmehr darum, sich in „Achtsamkeit“, also Aufmerksamkeit zu üben und zu verstehen, wie und wieso wir in einer bestimmten Weise denken und fühlen, denn wenn wir das können, werden wir unsere Gedanken und Handlungen besser kontrollieren können, vieles wird uns im Leben leichter fallen.

Das Wort "Achtsamkeit" wird oft anstelle von "Meditation" im westlichen Sprachgebrauch verwendet, (im Englischen wir der Begriff „mindfulness“ gebraucht) um sich nicht länger mit dem Negativimage des Begriffs Meditation herumschlagen zu müssen. Achtsamkeit meint nichts anderes als Konzentration und Aufmerksamkeit und hat nichts mit irgendwelchem „Psychokram“ zu tun.

Meditation hat demnach nichts Mystisches an sich, sondern ist einfach nur eine Technik, die Ihnen die besten Bedingungen bereit stellt, um geschickt Aufmerksamkeit/ Achtsamkeit zu praktizieren. Dass man dies überall machen kann und leicht in den Alltag zu integrieren ist, beschreibt der Engländer Andy Puddicombe ganz wunderbar in seinem Buch: 

Mach mal Platz im Kopf. Meditation bringt´s! (S.42)

Seine erste Übung im Buch möchte ich Ihnen noch gerne vorstellen:

„Nichts tun

Versuchen Sie es jetzt. Ohne sich von da, wo sie gerade sitzen, fortzubewegen, sollten Sie das Buch schließen und es in den Schoß legen. Sie müssen nicht in einer besonderen Weise sitzen; schließen Sie einfach sanft die Augen und sitzen Sie zwei, drei Minuten. Es ist überhaupt kein Problem, wenn viele Gedanken auftauchen; lassen Sie sie einstweilen kommen und gehen, und schauen Sie, wie es sich anfühlt, eine oder zwei Minuten stillzusitzen, ohne dabei irgendetwas zu tun.“

Stellen Sie sich das ganz einfach folgendermaßen vor: Ihre Gedanken ziehen wie Wolken vor dem Himmel vorüber und Sie schauen sich diese „Wolken“ nur an, ohne darauf zu reagieren. Sie hängen keinem Gedanken nach, sondern lassen diese nur kommen und gehen, Sie „haften“ sich nicht an einen Gedanken!

Wahrscheinlich werden Sie erschrecken, was da alles los ist, aber nur so werden Sie verstehen, warum Sie in „Stress“ geraten, in welcher mentalen Verfassung Sie sind! Und dann versuchen Sie einmal, die Pause zwischen zwei Gedanken oder Wolken zu verlängern, also nichts zu denken.  

Natürlich ist Meditation weit mehr als das, aber ungefähr so fängt man an.

Was hat Meditation mit biografischer Arbeit zu tun?

Nicht wenige Menschen leiden im fortgeschrittenem Alter unter plagenden, immer wiederkehrenden Erinnerungen, also Gedanken. Mithilfe von Meditation können Sie Ihre Gedanken in eine andere Richtung lenken und so neue neuronale Verbindungen aufbauen, die mit zunehmender Übung immer stabiler werden. So funktionieren Sie Ihr Gehirn ganz einfach um.

Und hier noch ein wenig Literatur, die beim Einstieg hilfreich sein könnte:

Autor: Andy Puddicombe
Titel: Mach mal Platz im Kopf. Meditation bringt´s!
Verlag: MensSana bei Knaur

Autor: Yongey Mingyur Rinpoche
Titel: Buddha und die Wissenschaft vom Glück. Ein tibetischer Meister zeigt, wie Meditation den Körper und das Bewusstsein verändert
Verlag: Goldmann Arkana



Das ist Yongey Mingyur Rinpoche


Also: Machen Sie mal ´ne Pause!

Viel Erfolg wünscht Ihnen dabei

Ihre Dagmar Wagner 

Ihr Kommentar

Das Vergessen ist die Regel, die Erinnerung die Ausnahme!

Ein interessantes Spiegelgespräch (Spiegel Nr. 4 vom 21.1.2013) mit dem niederländischen Psychologen DOUWE DRAAISMA und der Spiegelredakteurin Kerstin Kullmann zum Thema `Erinnerung und Vergessen´! 

Hier begegneten mir viele Fragen, die mir als Biografin oft gestellt werden. Darum habe ich für Sie die meiner Meinung wichtigsten Fragen und Antworten als Zitate zusammengefasst:

Frage Nummer 1

„Warum erinnert man sich so schlecht an die eigene frühe Kindheit?“

„Bei der Geburt bekommen wir unser Gehirn sozusagen im Rohbau geliefert. Es vergrößert sich dann rasend schnell, da bleibt kaum Zeit für die Vergangenheit. Mit dem Alter verändert sich die Sicht auf die Welt, die Sprache kommt hinzu.

(...) Es ist schwer, die Welt im Alter von fünf Jahren noch einmal so zu betrachten, wie sie sich anfühlte, als man zwei war. Fünfjährige Kinder erinnern sich an Episoden, an kleine Geschichten. Zweijährige erinnern sich an kurze, visuelle Szenen ohne genaue zeitliche Abfolge, ohne innere Entwicklung. Sind die vergangenen Erfahrungen eines Kindes einmal überlagert von Erfahrungen, die es in Worte fassen kann, ist das, was zuvor geschah, verschwunden.“ 

(...) „..., die Erinnerungen kleiner Kinder sind häufig unerfreulich. (...) Weil das Gedächtnis in diesem Alter dazu da ist, einen von Gefahren fern zuhalten. 

Mein Kommentar:

Diese Aussage kann ich nur bestätigen, so erinnere ich mich beispielsweise sehr genau an den Moment, als ich mir selbstverschuldet ein Loch in den Kopf geschlagen habe, oder mich mit kochendem Kaffeewasser den Arm verbrühte.  

 

Frage Nummer 2

„Warum vergessen wir immer mehr im Alter?“

(...) Erst seit etwa hundert Jahren werden Menschen so alt, dass sie vergesslich werden können. Unser Gehirn hat sich über Jahrmillionen entwickelt, und solange es Menschen gab, sind sie meist nicht 70 oder gar 90 geworden, sondern wesentlich jünger gestorben. Es ist sehr wahrscheinlich, dass unser Gehirn noch nicht darauf eingestellt ist, sich so lange gut erinnern zu können.“

 

Zum Thema „Vergessen“:

„Die wichtigste Aufgabe des Gedächtnisses ist es, zu vergessen. Beinahe jede Information, die wir aufnehmen, wird sofort wieder gelöscht. Nur ein Bruchteil dessen, was wir wahrnehmen, gelangt in unser Kurzzeitgedächtnis. Und noch weniger in unser Langzeitgedächtnis.“

„Das Vergessen ist die Regel, die Erinnerung die Ausnahme.“

Douwe Draaisma meint, in vielen Situationen sei es überaus klug, Vergessen zu können: 

„Die Erinnerung an Ärger mit unseren Bekannten und Freunden vergeht, und wir können einen Weg finden, wieder zueinander zukommen. Ich glaube, es ist kein Zufall, dass wir Vergeben und Vergessen als einander so nah empfinden.“

 

Frage Nummer 3

„Welche Rolle spielen Gefühle beim Erinnern?“

„Unsere wichtigsten Erinnerungen sind beinahe ausschließlich geprägt von Gefühlen, von Ängsten, von Sehnsüchten. Vor allem eines bleibt Menschen ein Leben lang in Erinnerung: wie es sich anfühlt, gedemütigt zu werden. Auch sehr alte Menschen können sich noch gut daran erinnern, wenn sie als Kind von einem Lehrer vor der Klasse heruntergemacht wurden.(...) Auch diese Erinnerung besitzt eine einfach evolutionäre Funktion: Man will, dass einem so etwas nie wieder passiert.“

 

Frage Nummer 4

„...gibt es dann wenistens eine Zeit im Leben, in der wir kaum vergessen?“

„Eine Erfahrung, die man zum ersten Mal macht, bleibt einem meistens ewig erhalten. Vor allem in den Jugendjahren machen wir häufig neue Erfahrungen.“

 

Frage Nummer 5

„Gibt es in Ihrem Leben etwas, dass Sie gern vergessen würden?“

„(...) Es sind vor allem die Erinnerungen, an denen ich nichts mehr ändern kann, die mich am meisten plagen. Vorfälle, für die ich mich nicht entschuldigen kann. Aber ich weiß, dass viele dieser Erfahrungen mich zu dem Menschen gemacht haben, der ich heute bin.“

 

Mein Kommentar:

Seine Antwort auf die letzte Frage des Interviews fand ich als Biografin besonders interessant, denn genau dies höre ich sehr oft von meinen Kunden. Oft hilft hier die biografische Arbeit: Nachdem alles berichtet, niedergeschrieben und schließlich in ein Buch gepackt wurde, findet so etwas wie eine Klärung und auch Reinigung statt. Die Schuldgefühle werden in Zusammenhängen gesehen, die Ereignisse nachvollziehbar und wiegen darum nicht mehr so schwer! 

Quellennachweis für die Zitate:

Spiegel Nr. 4 vom 21.1.2013
Spiegelgespräch: „Fotografieren ist nicht ehrlich.

Redakteurin: Kerstin Kullmann

 

Und hier das aktuelle Buch zum Gespräch:

Autor: Douwe Draaisma
Titel: „Das Buch des Vergessens.“
Verlag: Galiani Verlag Berlin
19,99 Euro


Ich hoffe, Ihnen hiermit ein paar interessante Informationen gegeben zu haben!
Allerbeste Wünsche von Ihrer Dagmar Wagner

Ihr Kommentar

Halbleer oder halbvoll: Leben Optimisten besser?

Ein Thema kommt bei meiner biografischen Arbeit immer zur Sprache: Ging man als Optimist oder als Pessimist durch´s Leben! Das ist etwas, was meine Kunden bei der Lebensrückschau immer beschäftigt. Denn selbst unsere Erinnerungen sind davon geprägt, sehe ich mehr die positiven, schönen, gelungenen Dinge in meinem Leben, oder konzentriere ich mich auf das, was mir gefallen oder sogar Kummer gemacht hat.



Welche Lebenshaltung nun wirklich besser tut, das haben inzwischen berühmte, seriöse Wissenschaftler untersucht. Wie zum Beispiel Tali Sharot, von der ich Ihnen einige Ausführungen aus ihrem englischen Vortrag „The optimism bias“, zu sehen auf www. ted.com, in deutscher Sprache kurz zusammenfassen möchte.

Was ist ein Optimist? 

Ganz einfach - ein Mensch, der das Eintreten guter Ereignisse überschätzt und das Eintreffen von schlechten Ereignissen unterbewertet. Kurzum, ein Mensch, der meistens denkt, es wird schon gut ausgehen!

Ein gutes Beispiel dafür, dass es mehr Optimisten als Pessimisten gibt, ist die Tatsache, dass Menschen immer noch heiraten, obwohl 40% aller Ehen in der westlichen Welt geschieden werden. Obwohl also jede zweite Ehe aus fünf Ehen in die Brüche geht, als Abschreckung taugt diese Wahrheit nicht. Und auch Geschiedene treten immer wieder erneut vor den Traualtar, was von Samuel Johnson als

 „Die zweite Ehe ist der Triumph der Hoffnung über die Erfahrung“

 gewertet wird.

Daraufhin stellt sich die Frage: Ist Optimismus überhaupt gut für uns? Oder ist eine geringe Erwartungshaltung besser für unser dauerhaftes Glück?

Eine Antwort darauf gibt die wissenschaftliche Forschung, denn folgendes haben sie herausgefunden:

Menschen mit hohen Erwartungen an sich und an das Leben fühlen sich immer besser, egal ob sie gewinnen oder nicht. Denn nicht der Sieg oder der Verlust  an sich ist entscheidend für unser Wohlbefinden, sondern wie wir das jeweils interpretieren.

Ein Beispiel:

Studenten mit einer grundsätzlich hohen Erwartungshaltung an sich, die meinen, ich bin intelligent, ich schreibe eine 1 in meinen Examen, denken bei einer schlechten Note nicht, dass sie dumm waren, sondern dass das Examen einfach unfair war. Sie bewerten sich danach als Person nicht schlechter!

Wenn aber Studenten mit einer geringen Erwartungshaltung an sich, die also meinen, ich schreibe sowieso keine gute Note, eine schlechte Note schreiben, dann sagen sie: Ja klar, ich bin ja auch dumm. Selbst wenn sie eine gute Note schreiben, führen sie das nicht auf ihr Können, sondern auf einen zu leichten Test zurück.

Völlig unabhängig, welche Ergebnisse wir erzielen, allein die positive Erwartungshaltung macht uns schon glücklich. Eine positive Erwartungshaltung oder Annahme steigert unser Wohlbefinden!

Depressive Menschen schätzen die Zukunft negativer ein, sie mögen insgesamt sogar realistischer sein.

Optimisten hingegen verändern ihre subjektive Realität, ihre persönliche Wirklichkeit zu ihrem Vorteil. So wie sie eine positive Welt erwarten, verändert das gleichzeitig ihre Sicht auf ihre Welt. Und in der Tat können sie mit ihrem Optimismus auch in der Folge die objektive Welt verändern. 

Wenn ich daran glaube, Erfolg zu haben, dann führt das deswegen zu mehr Erfolg, weil mich meine Einstellung wie eine „selbst erfüllende Prophezeiung“ härter arbeiten lässt. Es gibt mir dazu einfach mehr Kraft, denn wenn ich an etwas glaube, entwickle ich mehr Energie. Und das läßt mich unter Umständen erfolgreicher sein und mein Vorhaben gelingen. 

Wenn ich sowieso nicht an meinen Erfolg glaube, woher soll dann das Feuer für meinen Einsatz kommen?

Optimismus ist also hilfreicher bei unseren Vorhaben, welcher Art auch immer sie sein mögen.

Optimismus ist auch gesünder, denn wenn wir die Welt meistens rosig sehen,dann reduziert das unseren Stress. Sich eine positive Welt vorzustellen verschafft angenehmere Gefühle, als wenn man für sich überwiegend eine negative Welt entwirft.

Das finde ich sehr einleuchtend.

Optimismus hat also Vorteile, aber auch Gefahren:

Optimismus lässt uns manchmal die Zukunft zu rosig sehen, wir schätzen Risiken als zu gering ein, was zu einem gefährlichen Verhalten verleitet.

Wir sollten darum lernen, uns vor diesen Gefahren des Optimismus zu schützen, und gleichzeitig von den Früchten des Optimismus zu profitieren.

Denn ohne Optimismus würde sich die Menschheit nicht weiter entwickeln:

Für alles Neue, jeden Fortschritt, müssen wir uns eine andere Realität vorstellen können, und gleichzeitig daran glauben, dass diese Realität möglich, machbar ist. Dazu muss man also optimistisch sein. Ein Wissenschaftler, ein Ingenieur würde nichts neues entwickeln, wenn er es sich nicht vorstellen könnte, und im nächsten Schritt nicht auch überzeugt von seinem Gelingen wäre.

Optimismus ist also lebensnotwendig. Wenn er nicht ausufert und zu blind wird, lebt es sich besser damit!

In diesem Sinne!
Glaube versetzt Berge!

Einen schönen Herbst wünscht Ihnen
Ihre Dagmar Wagner 

 

 

Ihr Kommentar

Ihre Erinnerungen verändern sich!

Es sind nicht die Dinge des Lebens an sich, die uns prägen, sondern unsere Erinnerungen daran. Also nicht der wunderschöne Urlaub an sich, die Orte, Gerüche, Geräusche und Bilder, die wir vielleicht erleben durften, prägen uns, sondern die Erinnerungen daran, die wir damit verbinden. Doch die Ereignisse und Erfahrungen unserer Lebensgeschichte verändern sich jedes Mal, wenn wir uns wieder neu an sie erinnern. 

Das Gedächtnis  erfasst zwar die Erlebnisse im Augenblick ihrer Wahrnehmung noch relativ wirklichkeitsgetreu. Aber wenn wir diese Erlebnisse erinnern, werden sie danach nicht wieder genauso abgespeichert, wie beim ersten Mal. Unser Erlebnis hat sich nach seiner Erinnerung verändert, und das passiert jedes Mal, wenn wir uns wieder daran erinnern.

Erinnerung ist immer das Ereignis plus die Erinnerung an seine Erinnerung.

Also es kommt immer etwas dazu. 
Vielleicht hat die ein oder der andere von Ihnen diese Erfahrung bereits gemacht. Das erklärt auch, warum manche Heldengeschichten immer noch ausführlicher, blumiger werden zum Beispiel. Wir erzählen jede Geschichte immer wieder neu und anders. Das haben neurowissenschaftliche Experimente deutlich gezeigt. 



Damit der Erinnerungsspeicher unseres Gehirns grundsätzlich lebendig bleiben kann, müssen Erinnerungen in irgendeiner Form abgerufen werden. Erinnerungen, die der Mensch nicht mehr abruft, verblassen allmählich. Auch deshalb erzählen sich Menschen ihre Lebensgeschichte, weil sie lebendig bleiben wollen. Werden Erinnerungen, die emotional nur schwach aufgeladen sind, über einen langen Zeitraum hinweg gar nicht mehr abgerufen, verschwinden sie ganz. Umgekehrt gilt: Je öfter sie sich mit einer bestimmten Erfahrung oder Erinnerung beschäftigen, desto stabiler wird diese Erinnerung. Das sollte man auch bedenken, wenn man dazu neigt, mehr die negativen Erlebnisse immer wieder und wieder zu erinnern. Es wäre oft hilfreich, sich auch an die positiven zu erinnern. Denn wenn Sie sich nicht auch an die positiven Erlebnisse erinnern, dann verschwinden diese bald ganz aus Ihrem Gedächtnis, und es bleiben nur die negativen Erlebnisse übrig. Und das wäre traurig, denn damit werden Sie sich nicht wohl fühlen, und wenn Sie sich nicht wohl fühlen, werden Sie eher krank!

Dass wir aber grundsätzlich über unsere Erinnerungen sprechen ist nicht zuletzt für ältere Menschen ein wichtiger Baustein mentaler Fitness. Wer sein autobiographisches Gedächtnis trainiert, schult den Sinn für Zusammenhänge und hält seine Gefühle lebendig.

Erinnerungen sind also nie das, was sie einmal waren. Und Erinnerungen bleiben auch nicht das, was sie einmal waren. Vielleicht haben Sie das ja bei sich selbst schon einmal festgestellt. Oder auch bei anderen. Darum sollte man auch bei der Beurteilung von Lebenssituationen und Menschen aus der Vergangenheit immer vorsichtig sein. Erinnerungen können trügerisch sein. Und das betrifft eindeutig jeden von uns!

Alles Gute wünscht Ihnen
Ihre Dagmar Wagner 


Ihr Kommentar

Über Sturheit und Hirndoping!

Ein wunderbar spannendes Interview, das ich Ihnen nicht vorenthalten möchte: Professor Dr. Gerald Hüther, der Göttinger Neurobiologe, spricht darüber, dass unser Gehirn lebenslang lern- und anpassungsfähig ist, und wie das vor sich geht. Und zwar so, dass auch wir Laien das verstehen.

Das Wichtigste: Suchen Sie sich lebenslang neue Herausforderungen! Und zwar immer wieder! Denn diese regen die emotionalen Zentren im Gehirn an. Begeistern Sie sich, denn ohne Gefühle geht gar nichts! Diese Botschaft ist klar. Und eine andere auch:

Man kann nur gesund und glücklich alt werden, wenn man bei sich selbst ankommt.“ (Prof. Dr. Gerald Hüther im Interview siehe unten.

Das Interview mit Prof. Dr. Gerald Hüther führte Lucian Haas vom Rheinischen Merkur.



Das ist Herr Prof. Dr. Gerald Hüther!
 

Hier das Interview im Wortlaut:


Rheinischer Merkur

Interview: Lucian Haas, Rheinischer Merkur

Ältere Menschen gelten gelegentlich als stur. Was hat das mit dem Gehirn zu tun?

Sturheit ist eine Haltung, die durch bestimmte Erfahrungen entsteht. In den meisten Fällen haben sture Menschen – und das gilt nicht nur alte – wohl unglückliche Erfahrungen mit dem Lernen gemacht. Sie haben die Lust verloren, sich auf etwas Neues einzulassen.

Ist erworbene Sturheit eine fest verdrahtete Eigenheit im Gehirn, oder kann man sie durchbrechen? 

Jede einmal entstandene Haltung kann man auch noch im hohen Alter ändern. Das Gehirn ist ein Leben lang anpassungsfähig. Hirnforscher nennen das die Neuroplastizität. Tatsächlich ist die einzige Voraussetzung dafür, dass sich im Hirn wieder neue Verschaltungen und Synapsen entwickeln, eine neue Herausforderung, die für uns bedeutsam ist.

Und dann ist selbst das Hirn eines 80-jährigen noch lernfähig?

Hüther: Das Schlüsselwort heißt: Aktivierung der emotionalen Zentren. Alles hängt davon ab, ob man sich im Alter noch einmal für etwas begeistern kann.

Was passiert dabei im Kopf?

Die emotionalen Zentren sind Kerngebiete im Mittelhirn. Deren Neuronen besitzen lange Fortsätze in alle anderen Hirnteile hinein. Wenn uns etwas bewegt und aufwühlt, werden diese emotionalen Zentren stark angeregt. Am Ende der langen Fortsätze werden dann neuroplastische Botenstoffe ausgeschüttet. Sie wirken wie Dünger und bringen die dahinter liegenden Nervenzellen mitsamt ihrer Netzwerke dazu, all das, was im Zustand der Begeisterung besonders aktiviert ist, zu festigen und zu stärken. So werden im Hirn neue Kontakte geschmiedet und bestehende ausgebaut.

Geht das bei Erwachsenen genauso leicht wie bei Kindern? 

Im Grunde ja, mit einem Unterschied. Kinder lassen sich viel leichter begeistern. Ein Kind hat am Tag ungefähr 50 bis 100 solcher Begeisterungsstürme im Hirn. Da geht also mehr als 50 Mal die Gießkanne der Botenstoffe an. Das lässt aber im Laufe des Lebens nach. Man hat Erfahrung, kennt sich aus, weiß „wie der Hase läuft“. Ein Erwachsener erwartet alles schon, kann alles schon, weiß alles schon. In so einem Kopf passiert nur noch wenig neues.

Aber es wäre viel mehr möglich?

Ja. Ein 85-jähriger Herr aus Bonn könnte immer noch Chinesisch lernen, wenn er sich dafür begeistern würde. Dafür müsste er sich zum Beispiel nochmal in eine hübsche 75-jährige Chinesin verlieben. Die könnte dann sagen: „Komm mit nach Chingfung, mein kleines Dorf in Mittelchina“. Wenn der Mann seinen Gefühlen folgen und sich auf die Reise einlassen würde, könnte er wahrscheinlich nach einem halben Jahr schon ganz gut Chinesisch sprechen.

Und wenn er doch lieber in Bonn bleiben und dort Chinesisch lernen wollte?

Dann hätte er damit kaum Erfolg. In einem gewohnten Beziehungsgefüge, in dem man es sich über Jahre hinweg eingerichtet hat, ist es immer deutlich schwieriger, den nötigen Sturm der Begeisterung auszulösen.

Sie sagen, dass man fürs Lernen bis ins hohe Alter etwas Bedeutsames braucht. Was kann das sein?

Wenn es um Begeisterung geht, lohnt es sich immer, auf Kinder zu schauen. Das erste, was für sie im Leben bedeutsam ist, ist der eigene Körper. Die ersten erlernten Netzwerke im Gehirn entstehen schon vor der Geburt anhand der Signalmuster, die aus dem Körper kommen. Als Erwachsener sollte man versuchen, seinem Körper diese Bedeutung und Achtung zurückzugeben. Gymnastik, Feldenkrais-Übungen, Yoga. Das sind alles Dinge, für die man sich bis ins hohe Alter begeistern kann und beglückt erlebt, was man mit seinem Körper noch alles fertig bringt.

Was zeigen uns die Kinder noch?

Menschliche Beziehungen sind wichtig. Sie sind es, die das Kind nach der Geburt im wesentlichen formen. Auch für ältere Menschen ist es begeisternd, mit anderen in Verbindung zu stehen. Und die schönsten – weil lebendigsten – Beziehungen, die ältere Menschen haben können, sind Beziehungen zu kleinen Kindern. Oma oder Opa zu sein ist im Grunde die beste Altersvorsorge, wenn man sein Gehirn in einem plastischen Zustand halten will.

Manche Menschen beginnen im Alter auch noch ein neues Studium an der Universität... 

Das entspricht der dritten Begeisterungsquelle beim Kind: Wenn sie mit ihrem Körper in Verbindung sind, wenn sie gut in Beziehungen stehen, dann kommt das, was wir Neugier und Gestaltungsfreude nennen. Dann kann man sich für all das begeistern, was es in der Welt noch zu lernen, zu erfahren und zu entdecken gibt. 

Gibt es Dinge, die das kindliche Gehirn dennoch viel besser lernt, bei denen das erwachsene Hirn deutlich im Nachteil ist? 

Natürlich hat das Kind eine ganz andere Wachstumsdynamik. Die Durchblutung ist besser. Nährstoffe kommen leichter und schneller an die Zellen heran. Aber diese Eigenschaften würde ich nicht per se als Wert herausstellen. Durch die hohe Dynamik können Kinder unter unglücklichen Bedingungen, in die sie hineingepresst werden, auch extrem verbogen werden. Das passiert einem erwachsenen Hirn nicht mehr, was wiederum ein Vorteil sein kann.

Einige Hirnforscher diskutieren mittlerweile offen über Hirndoping. Die Wirkstoffe bestimmter Medikamente verändern die Wirkung von Botenstoffen im Gehirn und steigern so die mentale Leistungsfähigkeit. 

Ich halte Hirndoping für einen sehr fragwürdigen Auswuchs einer Leistungsgesellschaft, die glaubt, dass das wichtigste, was man mit seinem Hirn machen könnte, das Denken ist. Da werden kognitive Leistungen höher bewertet als alles andere, was man im Leben als Mensch so treiben kann. Wer bereit ist, sich so stark selbst zu funktionalisieren, dass er sogar sein Hirn manipuliert, indem er bestimmte Drogen, sogenannte Cognitive Enhancer, einnimmt, der hat ein Problem mit der eigenen Vorstellung von Identität.

Wäre es nicht dennoch eine interessante Variante, dem Lernen im Alter auch durch gezielten Chemieeinsatz auf die Sprünge zu helfen? 

Wer sich mit Pillen in einen Zustand versetzt, um eine bestimmte Leistung zu vollbringen, ist sehr stark außengesteuert. Der Prozess beim Altern ist aber ein ganz anderer. Man kann nur gesund und glücklich alt werden, wenn man bei sich selbst ankommt. Spätestens im mittleren Lebensalter beginnt normalerweise eine Phase, in der man von der Außenorientierung mehr auf eine Ich-Bezogenheit wechselt.

Wie zeigt sich das?

Man fragt stärker nach dem Sinn und der Bedeutsamkeit. Solche Altersfragen wird man sich aber kaum noch stellen, wenn man sich mithilfe irgendwelcher Mittel in einen Zustand erhöhter kognitiver Leistungsfähigkeit versetzt. Das ist ja dann ein Zustand, in der der Motor nur schneller läuft. Aber die Frage, wohin man mit diesem Motor eigentlich fahren will, wird gar nicht mehr beantwortet.

Hier ist der direkte Link zum Interview! 

Aber es gibt noch andere interessante Dinge zum Lesen und Entdecken. Hier der Weblink zu seiner Webseite!

Was denken Sie über Sturheit und Gehirndoping im etwas reiferen Alter?
Ich freue mich auf Ihren Kommentar! 

Einen schönen Frühling wünscht Ihnen von Herzen

Ihre Dagmar Wagner 

 

 

Ihr Kommentar

Ab 50 macht das Erinnern erst richtig Spaß!

Ab 50 macht das Erinnern erst richtig Spaß!
Haben Sie´s gewußt? Unser Gehirn baut nicht einfach so ab, wenn wir älter werden. Ganz im Gegenteil, es bildet sich um, und verleiht älteren Menschen Fähigkeiten, von denen Jüngere nur Träumen können. Sie denken, ich will hier nur gute Stimmung verbreiten mit meinem ersten Blogbeitrag? Wenn Sie sich da ´mal nicht täuschen!

Der Wunsch nach autobiografischem Arbeiten nimmt bekanntermaßen mit zunehmendem Alter zu. Die Gehirnforschung hat bewiesen, daß die Umstrukturierung des älteren Gehirns ab 50 unsere Erinnerungsprozesse vielschichtiger und darum spannender macht, und somit zu biografischem Arbeiten stimuliert.

Gene D. Cohen, angesehener Altersforscher und Psychiater, hat in seinem Buch `Geistige Fitness im Alter´ ermutigende Forschungsergebnisse zu den geistigen Entwicklungsmöglichkeiten jenseits der 50 öffentlich gemacht: unser Gehirn bildet neue Gehirnzellen, und zwar lebenslang. Wir werden nicht nur weiser, sondern auch kreativer. Wer Zeit, Lust und Interesse hat, sollte nicht zögern, das Buch selber zu lesen. Für die von ihm kurz beschriebenen gehirnphysiologischen Erklärungen braucht man beim Lesen etwas mehr Konzentration, sind aber auch für Laien absolut nachvollziehbar. Alles andere ist leicht verständlich geschrieben, und es macht einfach gute Laune, dieses Buch zu lesen.

Geistige Fitness im AlterSo arbeitet unser Gehirn bis ungefähr zum 50. Lebensjahr

Eigentlich haben wir zwei Gehirne: das linke und das rechte. Beide Gehirnhälften sind miteinander verbunden, mittels einem `Kabel´ aus Neuronen. Sie haben sicherlich schon Bilder eines Gehirns gesehen, und wissen, wovon ich spreche. Die linke Gehirnhälfte ist für unser Sprechen, Sprachverarbeitung, mathematisches und logisches Denken zuständig.Die rechte Gehirnhälfte ist für Gesichtererkennung, optisch-räumliche Wahrnehmung, instinktive, ganzheitliche Gedankenprozesse zuständig, die besonders bei kreativen, künstlerischen Aufgaben gefordert sind. Manche Aufgaben werden also vorwiegend von der linken Gehirnhälfte, andere mehr von der rechten Gehirnhälfte bewältigt. Ein Naturwissenschaftler wird darum eher als Linkshirntyp, und ein Künstler als Rechtshirntyp bezeichnet. Das sind natürlich sehr pauschale Einordnungen, und man muß auch betonen, daß diese Aufgabenverteilung im menschlichen Gehirn nicht bei jedem Menschen grundsätzlich so streng getrennt geregelt ist. Außerdem setzt natürlich jeder Mensch immer auch beide Gehirnhälften ein, aber wie er das bei den verschiedenen Gehirnaktivitäten tut, also wie das Zusammenspiel beider Gehirnhälften aussieht, das ist von Person zu Person absolut verschieden.

Spannende Forschungsergebnisse aus der Gehirnforschung ab dem 50. Lebensjahr

Die Gehirnforschung hat betreffend des älteren Gehirns (ab dem 50. Lebensjahr) etwas Interessantes herausgefunden: ältere Menschen setzen bedeutend häufiger beide Gehirnhälften gleichzeitig ein, um bestimmte Probleme zu lösen. Das unterscheidet sie von jüngeren Menschen und bringt immense Vorteile!

Jetzt fragen Sie sich sicherlich, wie die Gehirnforschung das herausgefunden hat? Ganz einfach: jüngere und ältere Versuchspersonen mussten sich an bestimmte Dinge erinnern, und dabei wurde deren Gehirnaktivität gemessen. Und das sind die Ergebnisse: wenn sich junge Menschen an ein bestimmtes Wort oder ein bestimmtes Ereignis aus ihrem Leben erinnern sollen, dann setzen sie meist nur die dafür vorgesehene linke Gehirnhälfte ein. Wenn sich ältere Menschen an ein bestimmtes Wort oder ein bestimmtes Ereignis aus ihrem Leben erinnern sollen, setzen sie häufig beide Gehirnhälften ein. Wenn junge Menschen ein Gesicht erkennen sollen, dann benutzen sie ebenso nur die dafür vorgesehene rechte Gehirnhälfte, während ältere Menschen auch wieder beide Gehirnhälften einsetzen.

Welche Vorteile bringt die Neuordnung des älteren Gehirns?

Diese Neuordnung des Gehirns sieht Prof. Gene D. Cohen als einen möglichen Grund, warum sich bei älteren Menschen ein zunehmendes Bedürfnis zu biografischem Erzählen und Schreiben einstellt. Mittels der linken Gehirnhälfte rufen wir jetzt nicht mehr Sprache und Erinnerungen nur als bloße Fakten ab, sondern ergänzen, bewerten und ordnen neu mittels der kreativen, ganzheitlichen, intuitiven Fähigkeiten der rechten Gehirnhälfte. Dadurch werden unsere Erinnerungen an vergangene Lebensrereignisse facettenreicher und plastischer, es macht einfach mehr Spaß, sich zu erinnern, weil es fesselnder und angenehmer wird, weil es uns neue Sichtweisen und darum auch neue Erkenntnisse bringt. Wir gehen schlichtweg kreativer mit unseren Erinnerungen um, beginnen die Ereignisse unseres Lebens weniger isoliert voneinander zu sehen, entdecken plötzlich mehr die Zusammenhänge unseres Lebens. Wir sehen unser Leben durch eine neue Brille, das ist aufregend und gewinnbringend!

Haben Sie diese Erfahrung auch bei sich selber auch schon gemacht? Wie denken Sie darüber? Schreiben Sie mir Ihre Meinung unter "Ihr Kommentar"! Ich freue mich auf einen regen Gedankenaustausch in meinem Blog!
Herzlichst
Ihre Dagmar Wagner

Gene D. Cohen war Professor für Gesundheitswissenschaften und Psychiatrie, außerdem Leiter des Center of Aging, Health & Humanities an der George Washington University in Washington

(Copyright für diesen Beitrag: Dagmar Wagner)

Nachzulesen  bei
Titel: Geistige Fitness im Alter, Seite 31-36
Autor: Gene D. Cohen
Verlag: Deutscher Taschenbuchverlag GmbH & Co. KG, München, ungekürzte Ausgabe 2009
ISBN 978-3-423-34530-9
Titel der amerikanischen Originalausgabe: The Mature Mind. The Positive Power of the Aging Brain.

Ihr Kommentar

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.

EU Cookie Directive Module Information