Zeitempfinden

Tolles Interview zum Thema "Zeit" mit dem Zeitpapst aus München Karlheinz Geißler


Prof. Karlheinz Geißler

Professor Karlheinz Geißler ist nicht nur ein berühmter und extrem kluger sondern auch ein sehr sympathischer Mann. Lesen Sie hier, was er im Interview im Manager-Magazin zum Thema
Ticken wir eigentlich noch ganz richtig?
erzählt. 
Ich kann es Ihnen nur herzlichst empfehlen! Sie werden hinterher die "Zeit" mit anderen Augen sehen!
Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihre Dagmar Wagner

Ihr Kommentar

Klassentreffen - Plädoyer für eine Zeitreise



Klassentreffen sind Biografiearbeit vom Feinsten! Erzählt man Außenstehenden, dass man zum Klassentreffen fährt, dann sind die Reaktionen immer eindeutig: "Ah, oh, wie schön!" Und hinterher sind alle neugierig und fragen natürlich nach, wie´s war!
Ja, auch ich liebe Klassentreffen. Aber es nicht jedermanns Sache. Auch bei uns gibt es einige, die damit einfach nichts "am Hut" haben. Über die Gründe lässt sich nur spekulieren. Vielleicht hatte manche(r) einfach keine gute Zeit als Schüler(in) und demzufolge nun auch keine guten Erinnerungen. Warum soll man sich das also nach Jahrzehnten noch antun? Manchen ist es vielleicht auch einfach nur egal, kein Interesse, was soll´s! Nicht jeder hat Lust, die Klassenkamerad(inn)en von früher wiederzusehen. Oder es ist zu aufwendig!

Klassentreffen sind Zeitreisen. Und eine Chance. Manche Eindrücke von früher können gerade gerückt werden. Wenn man hört, wie andere bestimmte Erlebnisse, Umstände oder Personen erlebten, und diese Schilderungen nicht unbedingt mit den eigenen Erinnerungen übereinstimmen, dann kann so manches Selbst- oder Fremdbild korrigiert werden - und das meist zum positiven hin. Manche erlebten sich vielleicht als ängstlich, zurückgewiesen, waren schüchtern und fühlten sich unterdrückt. Da kann ein Blick von außen schon hilfreich und korrigierend sein, wenn andere einem spiegeln, dass sie dieselbe Person als selbstbewusst und eher stark erlebten.
Grundsätzlich aber gilt: Unsicherheit gehört zur Kindheit und Jugend dazu. Ich denke, da war niemand frei davon.

Klassentreffen bringen auch viele Erinnerungen zurück. Vor allem hinterher öffnen sich Türen im Gedächtnis und einiges wird wieder präsenter. Auf diese Weise verlieren wir beim Älterwerden nicht den Zugang zu den natürlich sonst schon längst eher fast verschütteten Erinnerungen - und das ist wichtig und gut so.

Wer Klassentreffen nur aus der Warte sieht, den anderen beim Älterwerden zuzuschauen: Wer sieht wie aus, hat sich wie gehalten? Naja - auch mit dieser oberflächlichen Einstellung kann man diesen Termin "absolvieren". Aber ob das viel bringen wird, das weiß ich nicht. Zum Glück läuft das bei meinen Klassentreffen nicht so ab: Natürlich und herzlich geht es zu. Da geht nix mit mein Auto, mein Haus, mein Boot, meine hochbegabten Kinder, mein(e) Geliebte(r)...Darum freue ich mich auch immer drauf und fahre die 400 Kilometer gerne.
Es ist beeindruckend, dass man sich halt immer noch "kennt", ohne dass man sich noch nahe stehen muss. Es sind Menschen, mit denen man über Jahre eine wichtige Lebensspanne geteilt hat, ganz egal wie man diese nun fand.
Der Austausch von Erinnerungen zu einer gleichen Lebensphase zeigt uns auch, wie brüchig und unzuverlässig unsere eigenen Erinnerungen sind! 

Wie haben Sie Ihre Klassentreffen erlebt? Schreiben Sie mir! Ich freue mich auf Ihre Geschichte!
Alles Gute von Ihrer Dagmar Wagner


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Zeitkapseln




Das ist auch eine besondere Form der Hinterlassenschaft: Sie heben in einer Zeitkapsel Ihnen wichtige Dinge für die Nachwelt auf. Zeitkapseln überdauern viele Jahre und dürfen oder sollen erst von bestimmten Personen nach Ablauf einer gewissen Frist geöffnet werden. 

Die Firma „Zeitkapsel“ erklärt das auf ihrer Webseite folgendermaßen:

"Im traditionellen Sinne findet man Zeitkapseln in Gemäuern, Grundsteinen, Kirchturmspitzen oder auch an bestimmten Stellen im Erdreich vergraben. Diese Zeitkapseln wurden bewusst hinterlegt, mit dem Ziel, dass sie in der Zukunft von späteren Generationen gefunden werden. Der Inhalt dokumentiert im Allgemeinen das Zeitgeschehen zur Zeit der Hinterlegung. So findet man also Zeitungen, Zeitungsartikel, Fotos, Zeichnungen, Münzen, Geldscheine, statistische Informationen und ähnliche Dinge. Diese Zeitkapseln sind von öffentlichen Interesse und werden meist gern in den Medien präsentiert.
Viel häufiger gibt es aber auch Zeitkapseln, die ungewollt und unbewusst entstanden sind. Das kann zum Beispiel eine alte Truhe oder ein alter Schrank sein, welche Jahre oder sogar Jahrzehnte unbeachtet auf einem Dachboden überdauert haben und private Dinge enthalten, die, wenn sie gefunden bzw. wiederentdeckt werden, plötzlich eine vergangene Zeit auferstehen lassen und/oder ein starkes Erinnerungsgefühl hervorrufen.
Ein solches Gefühl hat bestimmt jeder schon einmal mehr oder weniger intensiv empfunden. Oftmals sind es kleine Dinge, wie ein längst vergessenes Foto oder eine alte Schallplatte, ein Spielzeug aus der Kinderzeit und ähnlich persönliche Gegenstände, die dieses Gefühl auslösen."  

Grundsätzlich finde ich die Idee prima, wichtige alte Erinnerungsstücke für eine Person oder auch eine ganze Familie aufzubewahren. Für meinen Sohn habe ich im Keller einen Karton mit den (meiner Meinung nach) wichtigsten Dingen (wie z.B. die erste Babylederhose!) seiner letzten 22 Jahre aufbewahrt. Ich bin noch nie auf die Idee gekommen, diese einschweissen zu lassen, vielleicht auch, weil ich Anhänger alter verstaubter Truhen auf dem Dachboden bin. Zumindest werde ich die Kiste jetzt "beheizter" aufbewahren!

Ganz billig sind diese Zeitkapseln nun auch wieder nicht!

Und - wie machen Sie es? Heben Sie irgendwelche alte Sachen für die Nachwelt auf?

Beste Grüße von Ihrer Dagmar Wagner 




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Verein zur Verzögerung der Zeit



Ein Verein, der die Zeit verzögern will? Wahrscheinlich denken Sie nun, ich mache Witze! Aber nein, diesen sehr ernst zu nehmenden Verein gibt es wirklich und das aus gutem Grund:

"Die verhängnisvollen Auswirkungen, welche die oft nicht zu Ende gedachten und aktionistischen Beschleunigungstendenzen in allen Lebensbereichen mit sich bringen…" diesen will der Verein vorbeugen. Und weiter:

"In allen Lebensbereichen nehmen wir uns meist nicht mehr genug Zeit, um "reife" Entscheidungen zu treffen, müssen die destruktiven Nebenwirkungen dann ertragen und unsere Zeit häufig mit selbstverursachtem Krisenmanagement verbringen.  Hier will der Verein zur Verzögerung der Zeit ein Gegengewicht setzen und das Individuum, aber auch Gruppen und Organisationen dabei unterstützen, wieder in die Zeit-Balance zu kommen."

Dieser Verein ist kein Witzverein, sondern das "wohl umfangreichste Netzwerk von Zeit-Sachverständigen und Zeit-Interessierten im deutschsprachigen Raum. Es geht den Mitgliedern um einen neuen, gesünderen, menschlichen Umgang mit Zeit in allen Bereichen."

"Die Mitglieder im Verein zur Verzögerung der Zeit verpflichten sich zum Innehalten, zur Aufforderung zum Nachdenken dort, wo blinder Aktionismus und partikulares Interesse Scheinlösungen produziert!" (So steht es in den Vereinsstatuten.)

Auch ich finde, dass wir viel zu wenig Pausen machen!

Hier der Link zur Webseite.

Was es nicht alles Interessantes gibt! 

Bis zum nächsten Mal
Herzlichst
Ihre Dagmar Wagner

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SPEED - Auf der Suche nach der verlorenen Zeit: ein Dokumentarfilm zum Thema Be - und Entschleunigung

Gestern Abend auf ARTE um 20:15 Uhr - der Dokumentarfilm von Florian Opitz: Wirklich sehenswert, wie Opitz sich auf die Suche macht, um herauszufinden, warum unsere Gesellschaft immer schneller wurde und wird. Bis nach Bhutan ist er gereist, wo das "Bruttonationalglück" eingeführt wurde. Ganz besonders interessant die Informationen, wie die Banken ihre Geschäfte tätigen: 90% vom Investmentbanking werden mittels Computern betrieben, die entscheiden, wohin riesige Geldmengen so schnell wie möglich verschoben werden, um damit so viel Geld wie nur irgend möglich zu machen! Und das nur, weil das menschliche Auge zu langsam ist, um Informationen so schnell erfassen zu können. Zeit ist ein Wirtschaftsfaktor, und solange Wettbewerb und Profitgier die Ökonomie derart beherrschen, wird es wenig Aussicht auf Entschleunigung geben.
Außer man fängt bei sich selber an…
Mit dieser Erkenntnis kam der Filmemacher Opitz dann wieder Zuhause bei seiner Familie an. Das denke ich, hat er auch vorher gewusst. Aber andere realitätsnahe neue Konzepte zur Entschleunigung kann man - glaube ich - auch nicht erwarten. Selbst die Idee mit dem "Grundgehalt" für jeden Bürger, für das man nicht arbeiten muss, scheint mir etwas utopisch. Aber immer noch besser, als weiterhin so "fantasie- und utopielos" vor uns hinzuleben!

Hier der LINK zum Film. 
Der Film lief 2012 mit 40 000 Zuschauern ziemlich erfolgreich im Kino und ist bereits auf DVD und als Buch erhältlich.
Hier bei Amazon.



Und so schreibt ARTE auf der Webseite über diesen Film:
"Wir sparen ständig Zeit. Trotzdem haben wir am Ende immer weniger davon. Im Takt der elektronischen Kommunikationsmittel hetzen wir von einem Termin zum anderen. Was treibt diese Beschleunigung an? Ist sie ein gesellschaftliches Phänomen, oder liegt alles doch nur an schlechtem Zeitmanagement?

Wer oder was treibt die Beschleunigung der modernen Zeit eigentlich an? Ist sie ein gesellschaftliches Phänomen oder liegt alles vielleicht doch nur an unserem mangelhaften Zeitmanagement? In seinem Dokumentarfilm begibt sich der Filmemacher und Autor Florian Opitz auf die Suche nach der verlorenen Zeit. Wo ist sie nur geblieben, die Zeit, die wir mühsam mit all den neuen Technologien und Effizienzmodellen eingespart haben?

Opitz begegnet auf seiner Suche Menschen, die die Beschleunigung vorantreiben, und solchen, die sich trauen, Alternativen zur allgegenwärtigen Rastlosigkeit zu leben. Er befragt Zeitmanagement-Experten, Therapeuten und Wissenschaftler über die Ursachen und Auswirkungen der chronischen Zeitnot. Er trifft Unternehmensberater und Akteure, die auf dem internationalen Finanzmarkt aktiv sind und an der Zeitschraube drehen. Und er lernt Menschen kennen, die aus ihrem ganz privaten Hamsterrad ausgestiegen sind und nach gesellschaftlichen Alternativen suchen. Auf seiner Suche entdeckt er: Ein anderes Tempo ist möglich, wir müssen es nur wollen."

Legen auch Sie einmal eine Pause ein und schauen sich diesen sehenswerten Dokumentarfilm an!

Mit besten Wünschen
Ihre Dagmar Wagner 

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Je älter wir werden, um so schneller vergeht die Zeit!

Je älter wir werden, desto schneller vergeht die Zeit!

Darüber scheinen wir uns alle irgendwie einig zu sein: mit zunehmendem Alter läuft uns die Zeit einfach davon. Empfinden Sie das auch so, oder ist das alles nur Einbildung? Gibt es denn eine Erklärung dafür? Ich möchte Ihnen heute zwei Gedankenansätze dazu vorstellen, ´mal sehen, was Sie davon halten. 

ZEIT an sich gibt es gar nicht

Doch zuerst ein paar Worte zum Thema ZEIT. Das Wort ZEIT ist der am häufigsten gebrauchte Substantiv! Das überrascht Sie wirklich? Wenn ich mir überlege, wie oft ich den Satz höre "keine Zeit zu haben"...Allerdings birgt dieser häufig geäußerte Satz eine große Wahrheit, denn de facto können wir Zeit auch gar nicht besitzen, Zeit an sich existiert ja überhaupt nicht. Es ist eine vom Menschen eingeführte Masseinheit, ein künstliches Konstrukt also, ohne das zugegebenermaßen unser Leben komplett zusammenbrechen würde. Wir können ZEIT nicht sehen, riechen, fühlen, schmecken, hören, und deshalb schon gar nicht haben. Trotzdem sind wir zu Zeitsklaven geworden - aber vielleicht hat der ein oder die andere von Ihnen das auch besser gemacht! Aber jetzt zurück zu unserem Zeitgefühl, daß mit zunehmendem Alter die ZEIT schneller vergeht. Hier nun die beiden interessanten Erklärungsversuche:

1. Erklärungsversuch

Je länger wir leben, desto häufiger wiederholen wir die Tätigkeiten des täglichen Lebens. Zähneputzen, Aufräumen, Einkaufen, zur Arbeit fahren, Essen, die Haustüre abschließen. Unser Leben ist vorrangig von gleich bleibenden Handlungsabläufen bestimmt. Beobachten Sie einmal, wie oft Sie etwas ganz anderes, neues machen. Ihr Gang zum Auto, die Fahrt zur Arbeit - auch hier nehmen wir immer die gleiche Strecke - das Sandwich für die Mittagspause meistens vom selben Imbiß: unser Leben besteht vorrangig aus Wiederholungen, und zwar zu einem erschreckend hohen Anteil. Und weil wir diese Abläufe so gut kennen, sie sind uns sozusagen in Fleisch und Blut übergegangen, erleben wir all diese Dinge gar nicht mehr bewußt. Ja, wir fangen sogar an, diese Dinge zu ignorieren, sie brauchen unsere Aufmerksamkeit nicht mehr, denn sie sind Automatismen geworden, aber leider solche, die Zeit fressen. 

Wir erleben diese unbewusst, und am Abend sitzen wir da, und fragen uns, was wir überhaupt getan haben.... Darum nehmen wir den Tag gar nicht mehr wahr. Unser Gehirn wird nicht gefordert, keine neuen Synapsen werden gebildet, im Gehirn läuft alles in altbekannten Bahnen ab. Scheinbar müssen wir unser Gehirn fordern, damit es neue "Verschaltungen" aufbaut, die auch unser Zeiterleben verändern. Abhilfe schafft hier nur Abwechslung zur Routine, und dafür müssen wir schon selber sorgen. Zumindest versuchen können wir es, indem wir - wo immer es geht - uns zu einer kleinen Abwechslung ermutigen. Probieren Sie es aus! Und lassen Sie mich bitte wissen, ob es funktioniert hat.

2. Erklärungsversuch

Der andere Ansatz setzt die gelebte Zeit in Relation zu der noch zu erlebenden Zeit.

Ein 6jähriges Kind erlebt ein Jahr als eine lange Zeitspanne, da dieses eine Jahr nur ein 1/6 seines ganzes Lebensalters ausmacht. Ich empfinde ein Jahr darum so kurz, da es nur 1/52 meines Lebens darstellt. Auch diese Theorie macht irgendwie Sinn für mich! 

Und was hilft uns das?

Der 2. Erklärungsversuch hilft mir leider leider nicht viel weiter. Ich finde ihn einleuchtend, aber Potential  zu Veränderungen stecken nicht in ihm drin. Das ist mir der 1. Erklärungsversuch schon lieber, auch wenn ich hierbei die ZEIT in Wahrheit auch wieder nur scheinbar strecken kann. Aber egal - versuchen wir´s doch!

Welche Erfahrungen haben Sie zu diesem Thema gemacht? Schreiben Sie mir doch unter KOMMENTARE! Ich freue mich!

Auf bald und alles Gute!

Herzlichst

Ihre Dagmar Wagner

(Copyright für diesen Beitrag: Dagmar Wagner)


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